Der globale Carsharing-Markt ist komplex, weist diverse regionale Ausprägungen auf und ist unterschiedlich stark ausgeprägt. Um sein Potenzial zu verstehen, musst du die regionalen Besonderheiten und die verschiedenen Geschäftsmodelle kennen.
In dieser Lektion erfährst du, wo Carsharing weltweit am stärksten Fuß gefasst hat und was die aktuellen Zahlen über das Wachstum der Branche verraten.
Wie du in den vorherigen Lektionen gelernt hast, nutzen Betreiber verschiedene Geschäftsmodelle: stationsbasiertes, Free-Floating, P2P oder Corporate Carsharing. Häufig sind die Geschäftsmodelle auch gemischt. Es gibt Services, die stationsbasierte und Free-Floating-Elemente kombinieren, oder solche, bei denen die Grenze zwischen Carsharing und klassischer Autovermietung verschwimmt.
Diese Komplexität erschwert eine präzise Messung. Um ein erstes Bild der globalen Verteilung zu erhalten, lassen sich die verfügbaren Flottengrößen im Free-Floating- und stationsbasierten Carsharing analysieren. Diese Modelle bieten in der Regel die am besten verfügbaren Daten für einen Marktvergleich.
Laut Marktforschung von Berg Insight waren Ende 2024 rund eine halbe Million Carsharing-Fahrzeuge in stationsbasierten und Free-Floating-Diensten aktiv. Das ist das Fünffache der Flottengröße von 2014, als der Markt 100.000 Fahrzeuge erreichte.
Der heutige Carsharing-Markt konzentriert sich aktuell auf drei Hauptregionen: Asien (insbesondere Ostasien), Europa und Nordamerika. Auf Länderebene gehören Japan, Russland, Deutschland, Südkorea und die USA zu den größten Märkten (kombinierte Flottengröße aus stationsbasiertem und Free-Floating Carsharing).
Über stationsbasiertes und Free-Floating Carsharing hinaus haben Peer-to-Peer und Corporate Carsharing an Relevanz gewonnen. P2P-Plattformen listen jährlich Hunderttausende von Privatfahrzeugen. Auch Corporate Carsharing hat mit geschätzten 140.000 Fahrzeugen weltweit eine starke Marktentwicklung vollzogen.
Asien ist gemessen an der Gesamtflotte die weltgrößte Carsharing-Region. Ostasien sticht dabei besonders hervor. Japan, Südkorea, Taiwan und China zählen zu den größten Märkten der Welt. Der japanische Anbieter Times Car allein betreibt mehr als 50.000 stationsbasierte Fahrzeuge.
Auch in der Türkei, Singapur und mehreren Märkten im Nahen Osten haben sich starke Carsharing-Kulturen entwickelt. Singapur ist ein eindrucksvolles Beispiel. Der kleine Stadtstaat betreibt mehr als 6.000 Carsharing-Fahrzeuge und hat damit eine sehr hohe Pro-Kopf-Dichte. Das zeigt, wie günstige Rahmenbedingungen ein florierendes Carsharing-Ökosystem entstehen lassen können.
Wir haben kürzlich mehr als 60 Betreiber in Ost- und Südostasien analysiert. Zu den führenden Marken gehören Times Car, SOCAR, G car, iRent, Mitsui Car Shares, GetGo und GoSmart.
Europa ist die Wiege des globalen Carsharings. Viele Pioniere haben hier vor über 30 Jahren ihren Service gestartet, und bemerkenswert viele davon sind bis heute aktiv.
Laut dem INVERS Mobility Barometer 2025 erstreckt sich die europäische Carsharing-Landschaft auf mindestens 42 Länder und weist die größte Vielfalt an Betreibermarken weltweit auf. Die Gesamtflotte umfasst über 129.000 Fahrzeuge, davon 62.000 stationsbasierte und 67.000 Free-Floating (ohne die Märkte in der Türkei und Russland). Das entspricht einem Anstieg von 8% gegenüber 2024. P2P und Corporate-Modelle kommen noch dazu. Europäische Nutzer können aus Hunderten von Fahrzeugmodellen wählen.
Deutschland dominiert den europäischen Markt und macht mehr als ein Drittel der regionalen Flotte aus. Das Land führt in Flottengröße und Betreibervielfalt. Nach Deutschland gehören Frankreich, Italien, Belgien und die Niederlande zu den Top-5-Märkten.
In unserem European Car Sharing Barometer 2025 haben wir über 470 stationsbasierte Betreiber, rund 80 Free-Floating-Betreiber und mehr als 40 P2P-Betreiber in der Region analysiert.
Die Geschichte des nordamerikanischen Carsharings begann in den 1980er Jahren mit Pilot-Programmen wie dem Mobility Enterprise der Purdue University und Short-Term Auto Rental (STAR) in San Francisco. Auto-com in Kanada (heute Communauto) startete 1994, gefolgt von CarSharing Portland in den USA 1998. In Mexiko führte Carrot 2012 einen Carsharing-Service ein.
Zu den bekanntesten Betreibern gehören Communauto, Zipcar, Turo, Enterprise CarShare, Evo, Modo, Free2move, Kinto Share, Punto, Drivana und Keko.
Unsere Analyse des nordamerikanischen Carsharings identifizierte mehr als 60 Marken in den USA, Kanada und Mexiko.
Carsharing-Betriebe und -Kulturen existieren in den meisten Weltregionen, wobei die Entwicklung stark variiert. Russland allein besitzt geschätzt mehr als 70.000 Fahrzeuge in Free-Floating-Diensten.
Auch in Südamerika und Afrika beginnt Carsharing zu wachsen. Diese Märkte könnten das nächste Kapitel in der globalen Expansion des Carsharings darstellen.
Weltweit sind Stand 2024 rund eine halbe Million Fahrzeuge in stationsbasierten und Free-Floating-Diensten aktiv. Die globale Flotte hat sich damit in zehn Jahren verfünffacht.
Asien, Europa und Nordamerika sind die wichtigsten globalen Carsharing-Märkte (stationsbasiert und Free-Floating kombiniert). Die größten Einzelmärkte sind Japan, Russland, Deutschland, Südkorea und die USA.
Betreiber nutzen unterschiedliche Geschäftsmodelle: stationsbasiert, Free-Floating, P2P und Corporate Carsharing. Viele kombinieren diese Ansätze. Diese Komplexität macht eine genaue Messung schwierig.
Europa hat eine kombinierte stationsbasierte und Free-Floating-Flotte von über 129.000 Fahrzeugen in mindestens 42 Ländern. Deutschland allein macht mehr als ein Drittel der regionalen Flotte aus.
Asien ist ein Schlüsselmarkt. Ostasien sticht mit riesigen Flotten hervor. Times Car in Japan allein betreibt über 50.000 Fahrzeuge. Singapur hat eine der höchsten Pro-Kopf-Dichten weltweit.