Als Betreiber musst du immer wissen, welche Fahrzeuge aktuell buchbar sind und welche bald Probleme verursachen könnten. Um den Zustand deiner Fahrzeuge zu überwachen, kannst du auf Telematikdaten zurückgreifen. So erkennst du technische Fehler frühzeitig, bevor sie zu einem Ausfall führen.
In dieser Lektion schauen wir uns die zwei wichtigsten Datenpunkte und drei Stufen der Überwachung für größere Flotten an. Wir betrachten Signale aus verschiedenen Systemen, die dir dabei helfen, Probleme rechtzeitig zu bemerken.
Es ist effizienter, wenn du nicht mit einer endlosen Liste von Fahrzeugdaten beginnst. Zwei Signale erklären bereits den Großteil aller vermeidbaren Ausfälle:
Die 12V-Batterie versorgt die Grundfunktionen des Fahrzeugs, darunter auch die Telematik. Fällt sie aus, ist das Fahrzeug nicht mehr erreichbar.
Batterieprobleme in einer Carsharing-Flotte haben meist zwei Ursachen. Nach drei bis fünf Jahren lässt die Kapazität nach, und die Batterie kann ausfallen, selbst wenn die Ruhespannung noch normal aussieht. Die Batterie entlädt sich außerdem, wenn Fahrzeuge unbenutzt stehen. Jedes geparkte Fahrzeug zieht langsam Strom durch die Telematikeinheit, die Alarmanlage und andere Stromverbraucher.
Der andere Grund sind Kunden, die das Licht nach Beenden der Miete anlassen und dafür sorgen, dass sich die Batterie innerhalb von Stunden entleert. Mit einer Telematik, die den Licht-Status meldet, kannst du das Beenden einer Miete durch die App verhindern, bis das Licht ausgeschaltet ist. Diese Prüfung beseitigt eine der häufigsten Ursachen für unerwartete Batterieausfälle.
Die Überwachung der Spannung warnt dich frühzeitig, noch bevor eine Batterie komplett ausfällt. Zwei Messwerte sind dabei entscheidend:
Wer das über Wochen verfolgt, erkennt schwache Batterien, bevor Kunden liegenbleiben.
Definiere daher Schwellenwerte, die dein Team rechtzeitig warnen. So kannst du entweder die Batterie aufladen, das Fahrzeug offline nehmen oder Kunden vorab informieren, damit sie das Auto unter Umständen etwas länger fahren, um die Batterie wieder aufzuladen. Ist eine Batterie erst vollständig leer, hilft nur noch ein Vor-Ort-Einsatz. Gutes Monitoring stellt sicher, dass dieser Einsatz geplant passiert und nicht aus der Not heraus.
Quelle: INVERS Success Story mit Flexicar
Warnleuchten und fällige Servicetermine sind die zweite wichtige Kategorie. Moderne Fahrzeuge berechnen Serviceintervalle zunehmend auf Basis des tatsächlichen Verschleißes statt fixer Kilometerleistungen. Ein Servicetermin, der beim letzten Werkstattbesuch noch drei Monate entfernt eingestuft wird, kann sich je nach Fahrzeug nach vorne verschieben.
Wenn du Servicedaten direkt über die Telematik aus dem Fahrzeug erhältst, entfällt die manuelle Überprüfung. Statt Serviceintervalle beim Werkstattaufenthalt zu notieren und die Kilometerleistung manuell abzuziehen, liest das System die Daten des Fahrzeugs in Echtzeit aus.
Hinzu kommt, dass du Warnleuchten in Echtzeit einsehen kannst. Das informiert dich über unerwartete Probleme wie niedrigen Reifendruck oder eine Motorkontrollleuchte, bevor ein Kunde sie meldet. Viele solcher Meldungen erfordern eine sofortige Herausnahme des Fahrzeugs aus dem Buchungssystem und einen Werkstattbesuch. Echtzeit Daten sind hier entscheidend.
Du siehst dieselben Daten, die das Fahrzeug selbst verwendet. Es gibt keine Lücke zwischen dem, was das Fahrzeug weiß, und dem, was du siehst.
Telematikeinheiten liefern dir einen kontinuierlichen Datenstrom, sodass du den Zustand deiner Flotte bequem vom Schreibtisch aus im Blick behalten kannst. Wie du diese Daten in konkrete Maßnahmen umsetzt, hängt von der Flottengröße und der vorhandenen Infrastruktur ab. Die meisten Betreiber durchlaufen mit wachsendem Betrieb drei grobe Stufen, wobei die Entwicklung nicht immer linear verläuft.
Zu Beginn reicht es meist, das Flottenmanagement-System nach Fahrzeugdaten zu filtern. Hier ein paar Filter, die du regelmäßig anwenden solltest:
Telematikdaten mit Buchungsverhalten und Kundenfeedback zu verknüpfen, bringt Probleme ans Licht, die kein einzelner Datenstrom alleine zeigen würde.
Quelle: INVERS Success Story mit Jewish Family Services
Manuelles Monitoring funktioniert gut in kleinen Betrieben. Mit wachsender Flottegröße und steigendem Datenvolumen wird das Filtern jedoch zeitaufwändig, und Warnungen gehen unter.
Tools wie Make.com, N8n und Zapier ermöglichen es, automatisierte Workflows einzurichten, ohne selbst zu programmieren. Wenn die Batteriespannung eines Fahrzeugs unter deinen definierten Schwellenwert fällt, kann ein Workflow gleichzeitig ein Ticket in deinem internen System anlegen und eine Benachrichtigung in deinen Teamchat schicken.
Du kannst auch versuchen, Kunden mit Rabatten oder Freiminuten dazu zu bewegen, zur Flottenzustand beizutragen, zum Beispiel indem sie einen Reifen aufpumpen oder AdBlue nachfüllen. Mit Daten aus Telematikeinheit und CRM lassen sich einfache No-Code-Workflows aufbauen, die die Kunden kontaktieren, den Vorgang überwachen und die Gutschrift auslösen.
Diese Tools setzen oft voraus, dass deine Telematikplattform Webhooks unterstützt, was bei den meisten modernen Plattformen der Fall ist. Es lohnt sich, die Möglichkeiten zur Datenlieferung vor der Entscheidung für einen Telematikanbieter zu klären.
No-Code-Tools bewältigen einfache Workflows über Trigger und Aktionen sehr gut. Ihre Grenzen zeigen sich, wenn die Logik komplexer wird oder wenn ein Workflow gleichzeitig mit mehreren Systemen interagieren muss.
Größere Anbieter integrieren das Monitoring meist direkt in ihre eigenen Systeme. Das kann die Erstellung von Dashboards aus Telematik- und Buchungsdaten umfassen, automatisiertes Ticketing, das Weiterleiten von Außendiensteinsätzen an bestimmte Teammitglieder oder eine direkte Anbindung an die Carsharing-Plattform des Betreibers.
Der Vorteil liegt in der Flexibilität. Du baust genau die Workflows, die dein Betrieb braucht, ohne dich an die Einschränkungen eines Drittanbieter-Tools anpassen zu müssen.
Das Standard-Flottenmonitoring deckt Batterie- und Wartungsdaten ab. Wer analytisch mit seinen Daten umgeht, erkennt Probleme oft früher. Hier sind drei Beispiele:
Ein Fahrzeug, das wiederholt gebucht, aber nie bewegt wird, hat möglicherweise ein Telematik- oder Mechanikproblem, das in Standard-Datenströmen nicht auftaucht
Ein Fahrzeug, das unverhältnismäßig viele Beschwerden erzeugt, sollte vor Ort genauer untersucht werden
Fahrzeuge, die dauerhaft unter dem Durchschnitt bewertet werden, haben möglicherweise ein Problem, das noch keine Warnung im System ausgelöst hat
Wichtig ist aber, dass das Verfolgen von zu vielen Signalen für Chaos sorgt. Fang mit den zwei entscheidenden an, automatisiere was geht, und füge neue Signale nur hinzu, wenn dein Team die Kapazität hat, um darauf zu reagieren.
Es ist der Prozess, mit dem Carsharing-Betreiber Telematikdaten nutzen, um zu überprüfen, welche Fahrzeuge intakt sind und bei welchen mögliche Probleme drohen.
Batteriespannung und Wartungsdaten. Beide sind über die Telematik verfügbar und erklären den Großteil aller vermeidbaren Fahrzeugausfälle. Weitere Signale sind nützlich, hängen aber von deiner spezifischen Flotte und deinem Geschäftsmodell ab.
Eine leere 12V-Batterie führt dazu, dass das Fahrzeug vollständig offline ist. Die Telematikeinheit trennt die Verbindung, die App kann das Fahrzeug nicht mehr öffnen, und die Behebung erfordert einen Vor-Ort-Einsatz. Durch die Überwachung der Spannung erkennst du Batterien, die drohen auszufallen, bevor es so weit kommt.
No-Code-Tools wie Make.com, n8n oder Zapier können automatisch Tickets oder Benachrichtigungen auslösen, wenn ein zuvor definierter Schwellenwert überschritten wird, sofern deine Telematikplattform Webhooks unterstützt. Größere Anbieter integrieren das Monitoring meist in eigene Systeme.
Ein Fahrzeug, das wiederholt gebucht, aber nie bewegt wird, kann ein Problem haben, das die Telematikdaten nicht zeigen.
Es gibt keine feste Fahrzeuganzahl. Manuelles Monitoring stößt an seine Grenzen, wenn das Filtern zu zeitaufwändig wird und Warnungen untergehen. Wenn du Probleme regelmäßig erst entdeckst, nachdem sie bereits Kunden betroffen haben, solltest du deine Prozesse automatisieren.