CAN, OBD & OEM Telematik: Die Technologien hinter Carsharing erklärt

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Carsharing, Technologie

CAN, OBD & OEM Telematik: Die Technologien hinter Carsharing erklärt

Zusammenfassung

Carsharing-Betreiber nutzen drei Technologien, um auf Fahrzeugdaten zuzugreifen: die direkte CAN-Bus-Integration, den OBD-Anschluss und bereits eingebaute OEM-Telematik. Die direkte CAN-Integration bietet die umfangreichsten Daten und die höchste Sicherheit, ist aber am aufwendigsten zu installieren. OBD-Adapter lassen sich durch die Plug-and-Play-Installation schnell einbauen und eignen sich für grundlegende Fahrzeugdaten, liefern jedoch weniger Daten und sind anfälliger für Manipulationen. OEM-Telematik macht die Hardware-Installation hinfällig, ist aber abhängig vom Hersteller und bringt Hürden bei der Integration mit sich. Wer die Unterschiede dieser drei Technologien kennt, kann sein Flottenmanagement optimieren, Wartungen effizienter kontrollieren und einen flexiblen, skalierbaren Betrieb aufbauen.

Carsharing-Technologie: Wie Daten die geteilte Mobilität antreiben

Seit der Einführung des CAN-Bus im Jahr 1986 werden kontinuierlich mehr Fahrzeugdaten zugänglich gemacht. Ursprünglich wurde der CAN-Bus entwickelt, um die Verkabelung im Auto zu vereinfachen und Kosten zu senken. Schnell zeigte sich jedoch der Wert dieser Technologie für die gezielte Datenerfassung.

Der 1996 standardisierte OBD-Anschluss bot eine weitere Datenquelle. Verbunden mit dem CAN-Bus, machte er verschiedene Datenpunkte wie Geschwindigkeit, Motorzustand und Fehlercodes zugänglich. Das ermöglichte Carsharing-Diensten, Daten in Echtzeit auszulesen und dadurch schneller zu handeln.

In den frühen 2000er Jahren begann das Internet of Things (IoT), Fahrzeuge, Betreiber und Nutzer zu vernetzen. Mehr Computersysteme im Fahrzeug, bessere Netzwerke und die Verbreitung von Smartphones schufen neue Möglichkeiten für die Carsharing-Branche. Egal ob stationsbasiert, Peer-to-Peer oder Free-Floating-Carsharing, das Geschäft etablierte sich als komfortable Mobilitätsalternative. Mit wachsender Akzeptanz für Carsharing als Alternative zum eigenen Auto wuchs auch der Markt. Daraus resultieren heute moderne Telematik-Plattformen, die alle erfassten Fahrzeugdaten zusammenführen.

Diese Plattformen bieten umfassende Funktionen, darunter tiefgehende Analysen, KI-gestützte Schadenserkennung, Analysen des Fahrverhaltens und flottenweites Monitoring. Als Alternative zur CAN- oder OBD-Integration haben einige Automobilhersteller (OEMs) begonnen, bereits ab Werk installierte Telematik anzubieten. Diese Funktionen bieten Carsharing-Betreibern die Möglichkeit zur flexiblen Integration in bereits bestehende Systeme und Technologien, um einen reibungslosen

Die drei Technologien und ihre Vorteile

Telematik-Integration via CAN Bus

Der CAN (Controller Area Network) Bus ermöglicht die Kommunikation und den Datenaustausch zwischen den verschiedenen ECUs (Electronic Control Units) eines Fahrzeugs, zum Beispiel zwischen Motor und Bremsen. Er wurde von Bosch 1986 entwickelt und 1993 durch die ISO 11898 standardisiert.

Der CAN-Bus sammelt alle Datenpunkte und erfasst die gesamte interne Kommunikation der Fahrzeuge.

Um auf CAN-Bus-Daten zuzugreifen, benötigen Betreiber einen Stecker, der CAN mit der Telematik-Einheit verbindet. Da kein universell passender Stecker existiert, müssen Telematik-Anbieter die Kabel fahrzeugspezifisch anpassen. Das macht die Integration aufwendiger, da für jedes Fahrzeug eine CAN-Analyse und individuelle Anweisungen notwendig sind. Je gründlicher diese Analyse, desto mehr Daten stehen dem Betreiber zur Verfügung.

Car Sharing Technology: Integration via CAN bus
Über den CAN-Bus lässt sich die größte Menge an Fahrzeugdaten erfassen.

Vorteile:

  • Umfassende Daten: Zugang zu zahlreichen fahrzeugspezifischen Daten für fundierte Entscheidungen im Betrieb und präzise Fahrzeugdiagnosen
  • Steuerung: Abhängig vom Modell erlaubt CAN die direkte Kontrolle über verschiedene Fahrzeugfunktionen
  • Flexibilität: Lässt sich mit Zusatzfeatures wie Schadenserkennung ergänzen
  • Zuverlässigkeit: CAN-Systeme gelten als besonders robust und zuverlässig
  • Sicherheit: Weniger sichtbar und bekannt als der OBD-Port, daher besser vor Manipulation und Vandalismus geschützt

Nachteile:

  • Expertenanalyse erforderlich: Daten erst nach umfassender CAN-Analyse verfügbar
  • Hohe Einstiegshürde: Komplexe Installation im Vergleich zu anderen Optionen
  • Keine DTCs: Ohne Diagnostic Trouble Codes gestaltet sich das Erkennen und Lösen von Problemen aufwendiger

Telematik-Integration via OBD

OBD (On-Board Diagnostics) ist ein universeller Port, der den Anschluss verschiedener Geräte zur Fahrzeugdiagnose an ein Fahrzeug ermöglicht. Er bietet Zugriff auf Fahrzeugsysteme für Überwachung, Diagnose und Reporting. Entwickelt wurde der Port Ende der 1980er Jahre von der California Air Resources Board (CARB), die Standardisierung folgte nach 1996 mit OBD-II. In den USA müssen Fahrzeuge seit 1996 mit OBD ausgestattet sein, in der EU seit 2003.

Telematik, die über OBD verbunden ist, erfasst grundlegende Daten wie Motorleistung, Kraftstoffverbrauch und Fehlercodes. Die Integration erfordert lediglich das Einstecken einer Hardware in den OBD-Anschluss. Über CAN können dann Anfragen gesendet und Antworten von den relevanten ECUs empfangen werden.

Car Sharing Technology: Integration via OBD
Der OBD-II-Anschluss wurde 1996 standardisiert.

Vorteile:

  • Einfache Installation: Schnelle Plug-and-Play-Installation ohne Fachkenntnisse
  • Kosteneffizienz: Günstiger als CAN-Integration, ideal für Betreiber mit knappem Budget
  • Diagnosefunktionen: Erkennt grundlegende Motorprobleme und hilft, größere Schäden zu vermeiden

Nachteile:

  • Begrenzte Daten: Nur grundlegende Motordiagnosen, weniger tiefgehende Daten als andere Technologien
  • Sicherheitsrisiken:OBD-Geräte sind anfälliger für Diebstahl und Manipuliationen, was die Fahrzeug- und Datensicherheit gefährdet
  • Eingeschränkte Steuerung: Kaum bis keine Kontrolle über Fahrzeugfunktionen und Daten

OEM Telematik

OEM-Telematik (Original Equipment Manufacturer) wird direkt vom Fahrzeughersteller im Werk eingebaut und bietet integrierte Systeme für Fernüberwachung und -steuerung. GM war mit OnStar 1996 der erste OEM, der Telematik vorinstallierte. Für Betreiber entfällt damit der Aufwand, zusätzliche Hardware nachzurüsten.

OEM-Telematik bietet Zugang zu umfangreichen Daten aus verschiedenen Fahrzeugsystemen, darunter Motorleistung, Standort und Fehlercodes. Da die Hardware bereits verbaut ist, müssen Betreiber die OEM-API nutzen. Jeder Hersteller hat dabei seine eigene API, deren Integration und Pflege Entwicklungsressourcen benötigt.

Der Trend geht klar in Richtung mehr OEMs mit vorinstallierter Telematik. Offen bleibt die Frage, wie bereit Fahrzeughersteller sein werden, Carsharing-Betreibern den vollen Zugriff auf Fahrzeugdaten zu gewähren

Car Sharing Technology: OEM Telematics
Die Automobilhersteller beginnen damit, Telematik im Werk zu integrieren.

Vorteile:

  • Native Fahrzeugintegration: Eingebaute Systeme gewährleisten Kompatibilität und Leistung
  • Umfangreiche Daten: Je nach OEM-Kooperation lassen sich große Datenmengen abrufen und Fahrzeugfunktionen steuern
  • Schnelleres Infleeting: Nach der API-Integration muss keine Hardware mehr eingebaut werden

Nachteile:

  • Eingeschränkter Datenzugang: Einige Fahrzeugdaten geben Hersteller nicht für Betreiber frei
  • Herstellerabhängigkeit: Abhängigkeit von Fahrzeugherstellern für Updates und Support
  • Eingeschränkte Flexibilität: Weniger Möglichkeiten für individuelle Funktionen und begrenzte Fahrzeugauswahl
  • Keine Standardisierung: API-Integration erfordert Entwicklungsressourcen oder einen Drittanbieter
  • Hoher Integrationsaufwand: Jede OEM-API muss separat angebunden und gepflegt werden

Technologie-Übersicht im Vergleich

Jede Technologie hat ihre eigenen Stärken und Schwächen. Die CAN-Integration liefert die meisten Daten, während Hersteller bei OEM-Telematik bisher selten alle Daten für Betreiber freigeben. OBD ist vergleichsweise einfach, hat aber technische Grenzen. Hier ein Überblick der drei Technologien:

Häufige Fragen zur Carsharing-Technologie

Was ist der Hauptunterschied zwischen CAN-Bus und OBD-Integration?

Der OBD-Port ist ein standardisierter Plug-and-Play-Anschluss. Er ist einfach zu installieren, bietet aber nur einen begrenzten Datenumfang. Die direkte CAN-Bus-Integration ist aufwendiger und erfordert Expertenwissen, bietet aber Zugang zu den umfangreichsten und detailliertesten Fahrzeugdaten, zum Beispiel Tür- und Fensterstatus. Das ist entscheidend, um Fahrzeuge und Abläufe im Betrieb umfassend steuern zu können.

Warum wird OBD nicht immer für professionelles Carsharing empfohlen?

OBD ist zwar einfach, deckt aber nur die wichtigsten Fahrzeugdaten ab und lässt sich kaum zur Steuerung nutzen. Dazu kommt, dass der Anschluss leicht zugänglich ist und manipuliert oder gestohlen werden kann. Professionelle Betreiber brauchen in der Regel tiefere Daten, Fahrzeugsteuerung und die Sicherheit, die eine direkte CAN-Integration bietet.

Ist OEM-Telematik die Zukunft für alle Carsharing-Flotten?

OEM-Telematik ist ein wachsender Trend und erspart die Hardware-Installation. Allerdings entstehen Abhängigkeiten vom Hersteller, und jede OEM-API muss einzeln angebunden und gepflegt werden, was Ressourcen erfordert. Das kann Datenzugang und Flexibilität im Vergleich zu einer CAN- oder OBD-basierten Lösung einschränken.

Wie manage ich eine gemischte Flotte mit OEM-API-Fahrzeugen und anderen Modellen?

Eine gemischte Flotte zu managen ist eine der zentralen Herausforderungen bei der Skalierung eines Carsharing-Betriebs. Am effektivsten ist eine Technologieplattform, die Daten aus mehreren Quellen sammelt und vereinheitlicht. Die INVERS-Plattform integriert Daten von OEM-APIs (wie Tesla) und Telematik-Hardware (wie der CloudBoxx) in eine einzige, einheitliche API für deinen Betrieb.

Die richtige Carsharing-Technologie für dein Unternehmen

Flexibel zu bleiben und sich an Marktbedingungen anzupassen, ist eine der größten Herausforderungen für Carsharing-Betreiber. Eine Lösung, die CAN, OBD und OEM-Telematik abdeckt, ist die optimale Wahl für deinen Carsharing-Betrieb.

INVERS steht dir dabei als Partner zur Seite. Als Pionier der Carsharing-Technologie gestalten wir seit 1993 die Zukunft geteilter Mobilität. Mit unserer CloudBoxx und mehr als 30 Jahren Erfahrung in der CAN-Bus-Analyse der gängigsten Fahrzeuge (über 900 Modelle) kannst du alle Fahrzeugdaten erfassen, die du brauchst. Wenn du auf OEM-Telematik setzt, führt unsere OEM-Integration alle Hersteller-APIs in einer einzigen API zusammen, damit du nicht jede Schnittstelle einzeln anbinden und pflegen musst.

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