Fahrverhalten im Carsharing: Was du als Betreiber wissen und messen solltest

Veröffentlicht: · Zuletzt bearbeitet: ·

Carsharing, Technologie

Telematics drives growth, growth opportunity 3

Zusammenfassung

Telematikdaten ermöglichen heute die Analyse des Fahrverhaltens, um zu schnelles Fahren, hartes Bremsen, scharfe Kurven oder Unfälle deiner Carsharing-Kunden zu erkennen. Eine zuverlässige Telematik mit integrierten Sensoren lässt dich kritisches Fahrverhalten in Echtzeit erkennen und auszuwerten. So verlängerst du die Lebensdauer deiner Fahrzeuge, deckst nicht gemeldete Schäden auf und kannst bei auffälligen Fahrern gezielt eingreifen.

Was sind Daten zum Fahrverhalten?

Es ist unmöglich, die unsachgemäße Nutzung von Carsharing-Fahrzeugen vollständig zu verhindern. Doch mit den richtigen Daten kannst du das Fahrverhalten deiner Kunden in Echtzeit verstehen und im Blick behalten.

Aus diesen Daten lassen sich konkrete Erkenntnisse für deinen Betrieb gewinnen. Typischerweise bestehen Daten zum Fahrverhalten aus einer Reihe von Ereignissen, die im Lauf einer Mietperiode auftreten:

  • Überschreitungen der Geschwindigkeit
  • Hartes Bremsen
  • Starkes Beschleunigen
  • Scharfes Kurvenfahren
  • Vorfälle und Unfälle

Ein entsprechendes System sammelt Daten und benachrichtigt dich über Vorfälle anhand der Kriterien, die du festgelegt hast. Es stellt die Ereignisse übersichtlich dar und bereitet die Informationen verständlich auf, damit deine Flottenmanager jeden Vorfall leichter einordnen können.

Welche Vorteile bringt die Analyse des Fahrverhaltens?

Lebensdauer deiner Fahrzeuge verlängern

Deine Kunden behandeln Carsharing-Fahrzeuge in der Regel anders als ihr eigenes Auto. Es gehört ihnen nicht, weshalb sich so manche Kunden weniger verantwortlich für die Pflege deiner Fahrzeuge fühlen. Dieses fehlende persönliche Engagement führt oft zu rücksichtsloserem Fahren, erhöht das Risiko von Schäden und senkt den Restwert deiner Fahrzeuge. Mit einem System zur Auswertung des Fahrverhaltens kannst du Missbrauch und verantwortungsloses Fahren von Anfang an reduzieren. Schaffe eine Kultur der Verantwortung und Sicherheit, indem du deine Kunden offen darüber informierst, dass rücksichtsloses Fahren erfasst wird.

Vorfällen erkennen, die deine Kunden verschweigen

Schäden zuzuordnen ist schwierig, wenn du sie übersiehst oder nicht rechtzeitig entdeckst. Zu oft bleiben Betreiber auf den Kosten sitzen, weil Kunden die Verantwortung für ihre Schäden ablehnen. Ein Beispiel: Ein platter Reifen würde als alltäglicher Vorfall durchgehen, wären da nicht die Daten zum Fahrverhalten, die zeigen, dass er die Folge von rücksichtslosem Fahren aufgetreten ist. Mehr dazu findest du in der Zusammenfassung unseres Webinars über fortschrittliche Daten für Shared Mobility.
Im schlimmsten Fall gefährden solche Schäden die Sicherheit des nächsten Nutzers. Ein System zur Auswertung des Fahrverhaltens meldet dir Vorfälle, sodass du nicht auf die Angaben deiner Kunden angewiesen bist. Du weißt, welche Fahrzeuge du zur weiteren Prüfung aus dem Verkehr ziehen musst, und du hast sowohl die Zeit als auch den geostempelten Nachweis, um den richtigen Kunden zur Verantwortung zu ziehen.

Im schlimmsten Fall gefährden solche Schäden die Sicherheit des nächsten Nutzers. Ein System zur Auswertung des Fahrverhaltens meldet dir Vorfälle, sodass du nicht auf die Angaben deiner Kunden angewiesen bist. Du weißt, welche Fahrzeuge du zur weiteren Prüfung aus dem Verkehr ziehen musst, und du hast sowohl die Zeit als auch den geostempelten Nachweis, um den richtigen Kunden zur Verantwortung zu ziehen.

Fahrer mit hohem Risiko erkennen

Die meisten deiner Kunden sind gute Fahrer. Doch die wenigen, die es nicht sind, verursachen hohe Kosten. Nehmen wir das Beispiel Geschwindigkeit: Die meisten Kunden fahren vielleicht nur leicht über dem Limit, einige wenige gefährden sich und andere, indem sie deutlich zu schnell unterwegs sind. Ohne eine Auswertung des Fahrverhaltens würdest du von solchen Vorfällen oft erst erfahren, wenn die Polizei deine Kunden erwischt. Mit einer Auswertung siehst du solche Ereignisse dagegen in Echtzeit in deinem Dashboard. So kannst du Risiken und Nutzen abwägen und die auffälligsten Fahrer bei Bedarf sanktionieren oder von der Miete ausschließen.

Auf Bußgelder vorbereiten

Es ist ärgerlich, einen Bußgeldbescheid für eines deiner vermieteten Fahrzeuge zu erhalten. Noch schlimmer ist es, wenn das immer wieder durch verschiedene Kunden passiert. Je mehr Strafzettel sich ansammeln, umso mehr Aufwand musst du betreiben, um herauszufinden, welcher Kunde jeweils verantwortlich ist. Die Auswertung des Fahrverhaltens macht dich auf Tempoüberschreitungen oder andere Vergehen und erlaubt es dir, entsprechende Vorbereitungen zu treffen.

Live-Updates zu allen kritischen Ereignissen an deinen Fahrzeugen erhalten

Deine Fahrzeuge rund um die Uhr im Blick zu haben, ist aufwendig. Trotzdem möchtest du über die kritischsten Vorfälle informiert werden. Bestimmte Telematiken wie die CloudBoxx können dir eine Benachrichtigung über Unfälle senden, an denen deine Fahrzeuge beteiligt sind. So kannst du deine Kunden anrufen, dich nach ihrem Wohlbefinden erkundigen und bei Bedarf den Rettungsdienst verständigen. Außerdem kannst du mithilfe der Daten schnell eine Rekonstruktion des Unfalls erstellen und dich auf die Begutachtung der Schäden vorbereiten.

Wie wird das Fahrverhalten erfasst?

Mit der richtigen Technologie ist die Auswertung des Fahrverhaltens deiner Kunden eine recht unkomplizierte Lösung fürs Carsharing. Du installierst die Telematik mit integrierten Sensoren in deinen Fahrzeugen und legst in deiner Software für das Flottenmanagement entsprechende Grenzwerte fest, damit du nur über Vorfälle ab einem bestimmten Schweregrad benachrichtigt wirst.

Zu schnelles Fahren

Eine Telematik im Fahrzeug bestimmt mithilfe von GPS-Technologie präzise dessen Geschwindigkeit und Standort. Diese Daten werden anschließend mit den Tempolimits der Straßen verglichen, auf denen das Fahrzeug erfasst wurde. Damit du nicht zu viele Benachrichtigungen erhältst, wenn deine Kunden nur leicht über dem Limit liegen, kannst du eigene Grenzwerte für deine Benachrichtigungen festlegen. Überschreiten deine Kunden das Tempolimit über deinen festgelegten Wert hinaus, erhältst du eine Benachrichtigung mit Zusatzinfos zur höchsten Geschwindigkeit, zur Dauer, zum Standort und zum geltenden Tempolimit auf diesem Streckenabschnitt. All diese Informationen siehst du auf einen Blick in deinem Dashboard, verknüpft mit der Fahrt und der Mietperiode.

Hartes Bremsen und Beschleunigen

Systeme zur Auswertung des Fahrverhaltens messen G-Kräfte, um festzustellen, ob ein Kunde häufig hart bremst oder stark beschleunigt. Es gibt allerdings verschiedene Arten von hartem Bremsen zu beachten. In der Stadt sind kurze, harte Bremsvorgänge wegen der geringeren Geschwindigkeiten üblich. Auf der Autobahn dagegen fallen harte Bremsvorgänge deutlich länger aus. In diesem Fall möchtest du wissen, wann der Bremsvorgang begonnen, wie lange er gedauert und wann er geendet hat. Lange, harte Bremsvorgänge können das Fahrzeug so belasten, dass die Sicherheit des nächsten Kunden gefährdet ist. Deshalb misst die CloudBoxx nicht allein die Höhe der G-Kräfte auf das Fahrzeug, sondern auch die Dauer jedes Bremsvorgangs.

Scharfe Kurven

Auch scharfes Kurvenfahren wird über G-Kräfte gemessen. Zusätzlich können Systeme erfassen, ob der Fahrer während des Manövers in der Kurve beschleunigt oder gebremst hat. Diese Information ist entscheidend, um festzustellen, ob es sich um einen harmlosen Fall oder ein sicherheitsrelevantes Fehlverhalten handelt. Die Abbildung unten zeigt, wie ein System die G-Kräfte eines Fahrzeugs visualisiert, das auf einem Parkplatz aggressive Achten dreht.

Telematics acceleration data
Visualization of G-forces of a vehicle performing aggressive "figure-eights" on a parking lot.

Unfälle

Üblicherweise erkennt ein System einen Unfall anders als hartes Bremsen oder Kurvenfahren. Der entscheidende Unterschied liegt in der Höhe der Kraft, der das Fahrzeug ausgesetzt ist. In der Regel gilt eine Kraft von 0,5 G als aggressives Kurvenfahren oder Bremsen, bei 1 G quietschen die Reifen, und alles über 1,5 G ist wahrscheinlich ein Unfall.

Überschreiten die G-Kräfte die Grenzwerte, die du für einen Unfall festgelegt hast, erstellt das System ein Ereignis für den Unfall mit folgenden Daten:

  • Geschwindigkeit des Fahrzeugs
  • Standort des Fahrzeugs
  • Zeitpunkt, zu dem der Unfall erkannt wurde
  • Dauer des Ausschlags in Millisekunden (ms)
  • Maximaler Wert der G-Kräfte
  • Durchschnittlicher Ausschlag der G-Kräfte

Mit diesen Daten kannst du relevante Vorfälle identifizieren und die Informationen für deine nächsten Schritte nutzen. Du könntest zum Beispiel den Kunden kontaktieren, um sicherzugehen, dass es ihm gut geht.

Häufige Fragen zur Analyse des Fahrverhaltens

Was bedeutet es, das Fahrverhalten auszuwerten?

Es bedeutet, das Fahrverhalten der Kunden mithilfe von Daten in Echtzeit zu verstehen und im Blick zu behalten. Ein entsprechendes System erfasst dabei Daten zu Ereignissen wie zu schnellem Fahren, heftigem Bremsen, scharfem Kurvenfahren, schnellem Beschleunigen und Unfällen. Anschließend sendet es dem Betreiber Benachrichtigungen auf Basis vordefinierter Kriterien. Das unterstützt das Flottenmanagement, indem es unsachgemäße Nutzung verhindert und Probleme erkennt, die Kunden vielleicht selbst nicht melden.

Wie startest du in deinem Carsharing-Service damit, Fahrverhalten auszuwerten?

Du installierst eine zuverlässige Telematik mit Sensoren in deinen Fahrzeugen. Diese Systeme nutzen GPS, um Geschwindigkeit und Standort zu erfassen und mit den Tempolimits abzugleichen. Sie messen außerdem G-Kräfte, um Ereignisse wie hartes Bremsen, starkes Beschleunigen und Kurvenfahren zu erkennen. Idealerweise ist es dieselbe Telematik, über die sich deine Fahrzeuge auch ver- und entriegeln lassen. Dadurch sparst du Zeit und Kosten für die Installation und beanspruchst die Autobatterie nicht so sehr. Sobald die Hardware eingerichtet ist, brauchst du eventuell noch eine API-Integration, um Ereignisse während der Fahrt zu automatisieren oder die Daten in deinem eigenen Backend anzuzeigen.

Welche KPIs verbessern sich, wenn du das Fahrverhalten auswertest?

Deine Fahrzeuge haben eine längere Lebensdauer durch die Vermeidung von rücksichtslosem Fahren. Die Sicherheit deiner Fahrzeuge verbessert sich durch Einblicke in Vorfälle, die Kunden womöglich nicht melden. Außerdem reduzierst du deine Kosten durch das Erkennen und Ausschließen der wenigen problematischen Fahrer, die höhere Ausgaben verursachen, sowie eine bessere Vorbereitung auf Gebühren wie Bußgelder für zu schnelles Fahren.

Ist es legal, das Fahrverhalten im Carsharing auszuwerten?

Das ist grundsätzlich legal, wenn es transparent, für klare Zwecke, mit minimalen Daten, starker Sicherheit und unter Achtung der Nutzerrechte erfolgt. In der EU solltest du zum Beispiel eine Rechtsgrundlage festlegen, um die DSGVO einzuhalten. In den USA ist es in der Regel zulässig, sofern eine klare Information, eine Zweckbindung, angemessene Sicherheit und die Einhaltung der geltenden Gesetze zum Datenschutz in den jeweiligen Bundesstaaten gegeben sind. Dies sind allgemeine Informationen und keine Rechtsberatung.

Mach deine Flotte sicherer und werte das Fahrverhalten mit INVERS aus

Das Fahrverhalten auszuwerten, bietet enorme Vorteile fürs Flottenmanagement, darunter eine längere Lebensdauer deiner Fahrzeuge, mehr Sicherheit und die Möglichkeit, unsachgemäße Nutzung schnell zu erkennen und zu adressieren. Mit Einblicken in das Fahrverhalten deiner Kunden managst du deine Flotte vorausschauend, senkst deine Reparaturkosten und schaffst ein Bewusstsein für Verantwortung bei deinen Kunden.

Mit über 30 Jahren Erfahrung im Carsharing entwickeln wir bei INVERS kontinuierlich neue Lösungen für die Branche. In unserem Webinar mit MILES mobility erfährst du, wie das Unternehmen das Fahrverhalten seiner Kunden auswertet und nutzt. Wenn du wissen möchtest, wie du deinen Flottenbetrieb nachhaltiger, sicherer und effizienter gestaltest, sieh dir Driving Analysis genauer an.

Versteckte Kosten von reaktiver Wartung im Carsharing

Carsharing, Technologie

Die versteckten Kosten reaktiver Wartung im Carsharing

Warnleuchten und übersehene Fehlermeldungen kosten Carsharing-Anbieter pro Monat Tausende Euro. So lassen sich Wartungsaufträge um 70 % reduzieren.

Key attributes of connected car sharing hardware

Carsharing, Technologie

Fünf Schlüsselmerkmale guter Carsharing-Hardware

Zuverlässige Carsharing-Hardware ist das Rückgrat jedes Shared-Mobility-Services. Auf diese fünf Merkmale kommt es bei einer guten Carsharing-Hardware wirklich an.

Carsharing, Expert Interviews

Carsharing & ÖPNV: Mobilität über den traditionellen Nahverkehr hinaus

Wir haben mit Vincent Neumayer, Referent für Öffentlichkeitsarbeit bei den Wiener Linien, über Carsharing und ÖPNV gesprochen. Erfahre hier, wie sich Carsharing und ÖPNV gegenseitig ergänzen und zu einem Konzept öffentlicher Mobilität entwickelt werden können.