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Trends der Carsharing-Branche 2024 

Welchen Herausforderungen werden Carsharing-Betreiber sich im kommenden Jahr stellen müssen? Wie entwickelt sich die Branche? Welche neuen Lösungen kommen? Wie bringt Technologie das Geschäftsmodell des Carsharings voran? Das Team von Invers sieht fünf wichtige Trends für 2024:

  1. Carsharing-Flotten sind zunehmend mit Herausforderungen der E-Mobilität konfrontiert 
  2. Insourcing soll die Prozesseffizienz steigern 
  3. Schäden und Missbrauch beschäftigen Carsharing-Anbieter 
  4. Vereinzelte Städte schaffen Carsharing-freundliche Umfelder 
  5. Lokale MaaS-Angebote und Mobility Hubs integrieren und stärken Carsharing 

 

Siegen, 30. Dezember, 2023 – Carsharing kann wesentlich dazu beitragen, das Mobilitätsverhalten der Nutzer zu verändern, die Verkehrswende umzusetzen und Mobilität nachhaltiger zu gestalten. Fünf Trends werden die Branche im Jahr 2024 prägen:

1.Carsharing-Flotten zunehmend mit Herausforderungen der E-Mobilität konfrontiert 

 Der Anteil an elektrischen Fahrzeugen ist in Carsharing-Flotten deutlich höher als bei privaten PkWs. In Deutschland sind beispielsweise nach Angaben des Bundesverbands CarSharing 20,5 Prozent aller Carsharing-Fahrzeuge elektrisch angetrieben. Dem gegenüber beträgt der Anteil aller E-Fahrzeuge an der nationalen Pkw-Flotte laut Kraftfahrt-Bundesamt nur 3,9 Prozent. Für Italien gibt das Osservatorio Nazionale sogar an, dass 60 Prozent der Fahrzeuge im stationsbasierten Carsharing und 40 Prozent im Free-Floating Carsharing elektrisch betrieben sind. In Großbritannien sind laut Branchenverband CoMoUK 14 Prozent der Carsharing-Fahrzeuge elektrisch. Gleichzeitig sehen Carsharing-Betreiber sich international zunehmend mit den Herausforderungen der E-Mobilität konfrontiert. So sind Reparaturen bei elektrischen Fahrzeugen teilweise deutlich teurer als bei Fahrzeugen mit Verbrennermotor. Hinzu kommt, dass sich der Restwert der E-Fahrzeuge nicht verlässlich kalkulieren lässt und die Ladeinfrastruktur in vielen Ländern noch nicht ausreichend zur Verfügung steht. 

 2. Insourcing soll die Prozesseffizienz steigern 

 Zahlreiche Carsharing-Anbieter konzentrieren sich mit dem Ziel, profitabel zu werden oder die Profitabilität ihres Geschäfts zu erhöhen, aktuell darauf, ihre Prozesse zu verbessern und setzen dabei verstärkt auf eigene Teams. Dabei geht es nicht nur um die Aufgaben, Fahrzeuge zügig und kostengünstig in die Flotte aufzunehmen oder aus der Flotte auszulösen. Viele Betreiber nehmen operative Prozesse des Tagesgeschäfts wie die Wartung der Fahrzeuge, die Reinigung oder das Schadensmanagement stärker unter die Lupe. Wie lange dauert es, bis das Fahrzeug durch die Inspektion ist? Welche Prozesse durchläuft ein Auto nach einem Unfall? Wann ist es wieder auf der Straße? Bisher musste sie beispielsweise im Schadensfall das Auto ausflotten, in die Partnerwerkstatt bringen lassen, nach der Reparatur zurückholen und wieder einflotten. Diesen Prozess lassen einige Carsharing-Anbieter künftig in eigenen Werkstätten von eigenen Teams erledigen. Gleiches gilt für die Reinigung: Betreiber holen die Fahrzeuge in Haus, erledigen neben der Reinigung noch andere Aufgaben wie beispielsweise das Beheben kleiner Schäden oder auch das Aufladen. So nutzen sie das Wissen in der eigenen Organisation, ermöglichen kurze Wege und können damit die inaktive Zeit des einzelnen Fahrzeugs minimieren. 

 3. Schäden und Missbrauch beschäftigen Carsharing-Anbieter 

 „Don’t be gentle, it’s a rental” – leider fasst der Satz prägnant zusammen, was Carsharing-Betreiber vielerorts erleben. Zwar geht der weitaus größte Teil der Carsharing-Kunden gut mit den geliehenen Fahrzeugen um, aber auch die verhältnismäßig wenigen Kunden, die das nicht tun, richten erheblichen Schaden an. In einigen Städten gibt es sogar schon Stadtviertel, die Betreiber aufgrund zu vieler Schadensfälle von ihrem Geschäftsgebiet ausschließen. Bis zu 10 Prozent des Umsatzes müssen Betreiber im Schnitt in Reparaturen und Schadenmanagement investieren, weil Kunden unangemessen fahren oder Schäden verursachen und nicht melden. Zahlreiche Betreiber haben dieses Thema in den letzten Monaten priorisiert und suchen auch im kommenden Jahr weiterhin nach effizienten Lösungen. 

 4. Vereinzelte Städte schaffen Carsharing-freundliche Umfelder 

 Eine gute Zusammenarbeit mit Städten und Kommunen ist für Carsharing-Anbieter erfolgskritisch. Dabei geht es nicht nur um die Frage der Parkgebühren, sondern um die grundsätzliche verkehrspolitische Position. Dabei ist die Kooperation nicht nur für die Betreiber wichtig, sondern auch für Städte und Kommunen, denn diese können insbesondere mit dem Ziel, Emissionen zu senken, nachweislich von einem Ausbau der Carsharing-Angebote profitieren. Eine aktuelle Studie der Clean Cities Campaign hat ergeben, dass eine konsequent progressive Verkehrspolitik, die Carsharing einbindet, europäischen Städten ermöglicht, ihre Emissionen einfacher, kostengünstiger und schneller zu senken als mit großangelegten Infrastrukturprojekten wie neuen U-Bahnen. Im Ranking der besonders sharing-freundlichen Städte listet die Clean Cities Campaign Kopenhagen und Oslo auf den führenden Plätzen. Die Stadtverwaltung in Kopenhagen zum Beispiel schafft ein so gutes Umfeld für geteilten Fahrzeuge, dass der in Schweden und Norwegen bereits erfolgreiche Anbieter Hyre seit Mitte des Jahres ein Angebot in der dänischen Hauptstadt betreibt.  

 5. Lokale MaaS-Angebote und Mobility Hubs integrieren und stärken Carsharing 

 Die wachsende Zahl der Apps für Mobility-as-a-Service, die die Angebote des öffentlichen Nahverkehrs mit anderen Mobilitätsdiensten bündeln, und das Entstehen von Mobilitätsstationen an zentralen urbanen Plätzen machen auf Carsharing-Angebote aufmerksam und etablieren sie im Mobilitätsmix der Zukunft. Die Mobilitäts-App hvv Switch in Hamburg bietet beispielsweise neben dem Deutschlandticket und den Fahrscheinen für den Regionalverkehr Zugriff auf Carsharing-Dienste von Miles oder Sixt Share sowie Mikromobilität von Tier oder Voi und Ridehailing-Services von Moia. In den Niederlanden bündelt die MaaS-App Gaiyo sogar landesweit Mobilitätsdienste in einem Ökosystem aus privaten und öffentlichen Angeboten. Neben Bussen und Bahnen sowie Fahrrädern und E-Scootern können Kunden Carsharing von MyWheels, Amber, GreenWheels und Share Now nutzen, um effizient und komfortabel ans Ziel zu kommen. 

Über Invers 

 Invers, Erfinder des automatisierten Fahrzeug-Sharing, bietet speziell für Entwickler von Shared-Mobility-Anbietern entworfene Hard- und Software-Lösungen, mit denen Betreiber ihre Angebote einführen, umsetzen und skalieren können. Als weltweit erstes Technologieunternehmen im Bereich Shared Mobility entwickelt und managt Invers grundlegende Technologie-Bausteine in einer Größenordnung, die Kunden effiziente und einfach zu implementierende technische Lösungen bieten. 

Das Unternehmen agiert als unabhängiger und zuverlässiger Partner für Betreiber von Shared-Mobility-Lösungen wie Carsharing, Auto-Abos, Moped-Sharing, Ride Pooling und Car Rental – mit dem Ziel, Shared-Mobility-Angebote zu einer günstigen und komfortablen Alternative zum eigenen Fahrzeug zu machen. Zu den Kunden zählen beispielsweise Share Now, Zity, Miles, imove, Getaround oder Flinkster. Das Unternehmen wurde 1993 gegründet und hat Standorte in Siegen, Köln und Vancouver. Die Entwicklung findet vollständig in Deutschland statt. 

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